Wie funktioniert eigentlich ein Pfandleihhaus?

Sie brauchen kurzfristig Geld und überlegen, ob Sie vielleicht ein Pfandleihhaus nutzen sollten, sind sich aber noch unsicher? Lesen Sie hier, was ein Pfandleihhaus ist, wie der Ablauf funktioniert und welche Vorteile ein Pfandkreditgeschäft bietet. Auch zum Markt in Deutschland und zur Geschichte der Pfandhäuser finden Sie hier einige Informationen.

Ein Pfandleihhaus, auch Pfandhaus oder Leihhaus genannt, ist ein Unternehmen, das bei der Abgabe von Wertgegenständen ein Gelddarlehen vergibt. Das Darlehen wird üblicherweise in Höhe von 25 % bis 50 % des aktuellen Wertes des beliehenen Gegenstandes vergeben.

Die Laufzeit eines solchen Pfandleihvertrages ist gesetzlich auf mindestens drei Monate festgelegt. Wenn der Verpfänder (Schuldner) das erhaltene Darlehen zuzüglich Zinsen und Gebühren bis zum Ende der Vertragslaufzeit an den Pfandleiher (Gläubiger) zurückzahlt, kann er sein Pfand so wieder auslösen, d.h. seinen Wertgegenstand zurückerhalten. Gegen Zahlung der angefallenen Zinsen und Gebühren kann der Pfandkredit auch verlängert werden.

Wird der verpfändete Wertgegenstand nicht innerhalb der Frist ausgelöst, so wird dieser Wertgegenstand öffentlich versteigert. Die Verwertung, also "Zu-Geld-Machung", des verpfändeten Wertgegenstandes darf frühestens einen Monat nach Fälligkeit und muss spätestens sechs Monate nach Fälligkeit erfolgen.

Wenn das Ergebnis der Versteigerung höher ist als der Darlehensbetrag zuzüglich Zinsen, monatlicher Gebühren und anteiliger Veröffentlichungs- und Versteigerungskosten, wird der Überschuss an den Verpfänder ausgezahlt. Wenn der Pfandleiher den Wertgegenstand nicht in einer Auktion versteigern lassen konnte, ist er berechtigt, den Gegenstand zu verkaufen.

Was sind die Vorteile an einem Pfandleihhaus?

Der Markt der Pfandleihhäuser in Deutschland

Private, d.h. gewerbliche, Pfandhäuser unterliegen strengen Gesetzen: Die Pfandleihverordnung (PfandlV) oder "Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandleiher" regelt die entsprechenden Rechte und Pflichten.

Abgesehen von den gewerblichen Pfandhäusern gibt es in Deutschland nur noch wenige Leihämter, auch Leihhäuser oder Pfandanstalten genannt. Darunter versteht man kommunale oder staatliche Anstalten, die gegen Pfand Geld verleihen. Solche Leihämter arbeiten gemeinnützig. Echte kommunale bzw. staatliche Anstalten sind die Städtischen Leihämter in Augsburg und Mannheim. Die Städtische Pfandleihanstalt Stuttgart AG und das Leihhaus Nürnberg stehen unter kommunalem Einfluss.

Pfandheihhaus Kredit Hingegen gibt es in Deutschland eine Vielzahl von gewerblichen Pfandleihhäusern. Etwa 200 von ihnen sind im Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes e.V. organisiert. Dieser fungiert als Dachverband der privaten Pfandkreditbetriebe in Deutschland.

Laut Informationen des Verbandes wird ein Kreditvolumen von 470 Millionen Euro pro Jahr an etwa eine Million Kunden ausgezahlt; die Tendenz sei steigend.

Verpfändet würden in über 90 % der Fälle heutzutage Uhren und Schmuck, z.B, also Luxusartikel. Technische Geräte oder Dinge des tägliches Bedarfs würden nur noch selten beliehen, so der Verband. Die Zahlungsmoral der Stammkunden sei enorm hoch. Nur 7 % der hinterlegten Pfänder würden nicht ausgelöst und müssten versteigert werden.

Kurze Geschichte der Pfandleihhäuser

Historisch betrachtet haben die Pfandleihhäuser ihren Ursprung im Mittelalter. Im 15. Jahrhundert gründeten die Franziskaner in Italien die ersten Leihhäuser. Mit ihrer Organisation Monte de Pietà ("Berg der Barmherzigkeit") boten sie der großen Bevölkerungsschicht der Armen und Bedürftigen die Möglichkeit, gegen Verpfändung eines Wertgegenstandes ein Darlehen zu fairen Bedingungen zu erhalten.

Ziel der Franziskaner war es, Menschen in Not zu unterstützen und sie vor den in jener Zeit oft hohen Zinsen der Geldverleiher zu bewahren, die als "Wucher" empfunden wurden. Der erste Monte de Pietà wurde 1462 in Perugia gegründet.

Städteverzeichnis der Pfandleihhäuser